pro clima Fachtage in Verden

Unser Partner pro clima bietet am 4. und 5. Mai 2017 im Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden mit den Fachtagen eine kompakte Fortbildungsverstaltung für Verarbeiter, Planer und Investoren an. Mit dabei sind auch Roto, Caytec und das Sentinel Haus Institut. 15 kompetente Fachreferenten geben ihr geballtes Wissen weiter. Die Themen reichen von Bauphysik über moderne Planungsmethoden, nachhaltige Baustoffe bis hin zu Baukonstruktionen und Qualitätssicherung. Im Mittelpunkt steht der Mensch: Deshalb tanken Sie bei den pro clima Fachtagen in Verden auch frisches Wissen zu Wohngesundheit und Kommunikation. Die Angebote sind modular aufgebaut, sodass sich jeder seine Programmpunkte indivduell zusammenstellen kann. Gleichzeitig wird das neue pro clima Seminarzentrum für die sichere Gebäudehülle in Norddeutschland eröffnet. Hier geht es zum Flyer mit allen weiteren Informationen.

Lösung für einen barrierefreien Zugang auf eine Dachterrasse

Schnittstelle Baustelle zeigte die fachgerechte Umsetzung der Details für ein Flachdach in Holzbauweise

Es sind Details, die nur gewerkeübergreifend und mit vorausschauender Planung gelöst werden können: die Anschlüsse für den barrierefreien Zugang auf eine Dachterrasse. Damit beschäftigte sich Schnittstelle Baustelle 2017 in Blaubeuren. Das Referenten-Team demonstrierte an einem Seminartag Lösungen, die nach dem aktuellen Stand der Technik umgesetzt werden können.

Barrierefreier Zugang auf eine Dachterrasse: Das Team von Schnittstelle Baustelle demonstrierte in Blaubeuren, wie verschiedene Anschlüsse fachgerecht geplant und hergestellt werden.

„Barrierefreies Bauen wird immer mehr gefordert. Aber die fachgerechte Ausführung bei einem stufenlosen Zugang zu einer Dachterrasse hat so seine Schwierigkeiten“, sagt Bauingenieur Michael Förster, der die pro clima Anwendungstechnik leitet. Als Referent bei Schnittstelle Baustelle erklärte er die normativen Richtlinien und die bauphysikalischen Zusammenhänge: „Die meisten Teilnehmer sind zu unserer Veranstaltung angereist, weil sie eine rechtssichere Lösung nach dem aktuellen Stand der Technik kennenlernen wollten.“

Das Schnittstelle-Baustelle-Referententeam arbeitete live während der Veranstaltung an einer realen Situation. Jedes Gewerk zeigte die besonders schwierigen Stellen, denen Beachtung geschenkt werden sollte. So lernten die 180 Teilnehmer die Gesamtsituation eines ebenen, absatzlosen Türaustritts kennen. Die Referenten – Ingenieure, Zimmerer und Dachdecker – demonstrierten eine technisch einwandfreie Komplettlösung. Diese können die Teilnehmer direkt in ihren Baualltag übernehmen.

Bei Schnittstelle Baustelle 2017 wurde eine Konstruktion von einer Reihe von Gewerken bearbeitet. Dabei erstellten die Referenten live den barrierefreien Zugang auf eine Dachterrasse. Zeitgleich erklärten sie den theoretischen und normativen Hintergrund. Damit alle Teilnehmer auch kleine Details am Bauteil sehen konnten, wurden die Arbeitsschritte gefilmt und parallel auf eine große Leinwand projiziert.

Der Bausachverständige Daniel Kehl ergänzte die Veranstaltung mit einem Vortrag aus der Sichtweise eines Gutachters. Er unterstrich die Wichtigkeit von detaillierter Planung, sorgfältiger Ausführung und Qualitätskontrolle.

„Die 200-Kilometer-Anfahrt für mich hat sich absolut gelohnt. Ich habe gelernt, wie ich technisch sauber und rechtssicher diesen barrierefreien Anschluss lösen kann. Interessant waren für mich auch die Exkurse, beispielsweise das Update zum Flachdach-Bau“, fasste Bauingenieur und Zimmerermeister Alexander Erny von Holzbau Erny zusammen.

Rund 180 Handwerker, Planer und Energieberater besuchten Schnittstelle Baustelle 2017. Es gibt viel Unsicherheit bei Projekten, bei denen der barrierefreie Zugang auf eine Dachterrasse umgesetzt werden soll. Der Hintergrund: technische Vorgaben und praktische Anforderungen widersprechen sich. Schnittstelle Baustelle hat dazu einen fachgerechten Lösungsansatz präsentiert.

2018 tourt das Referententeam durch 8 deutsche Städte: 30.01.2018 Hamburg; 01.02.2018 Bad Salzuflen; 06.02.2018 Karlsruhe; 08.02.2018 Frankfurt; 06.03.2018 Leipzig; 08.03.2018 Würzburg; 13.03.2018 Regensburg; 15.03.2018 Bad Grönenbach. Weitere Informationen:  http://schnittstelle-baustelle.de/2018

2018 tourt das Referententeam durch 8 deutsche Städte. Die Termine und Orte stehen bereits fest: http://schnittstelle-baustelle.de/2018

Die gewerkeübergreifende Fachschulung wurde vor sechs Jahren von pro clima und Inthermo initiiert. Seitdem bieten pro clima, der Spezialist für die Luftdichtung innen und Winddichtungen außen, und Inthermo – Hersteller von ökologischen Wärmedämmverbundsystemen – Praxisworkshops an, die bestimmte Details beleuchten. Dieses Jahr sind auch die Teams von Wolfin Bautechnik, Spezialist für Flachdachabdichtungen, und Alumat, Hersteller von dichten Türübergängen ohne Schwelle, dabei gewesen. Als Ausstellungspartner fungierte die Firma Mayr-Melnhof Holz Leoben GmbH.

Damit alle 180 Teilnehmer auch die Detailverarbeitung richtig mitverfolgen konnten, wurden die Praxishandgriffe gefilmt.

Aktive Pausen: Im Programm gab es Pausen, in denen die Teilnehmer an Modellen ihr gelerntes Wissen umsetzen und mit den Experten aktuelle Projekte diskutieren konnten.

Interview mit Bauingenieure Michael Förster über die Lösung für einen barrierefreien Zugang auf eine Dachterrasse:

Interview mit dem Bausachverständigen Daniel Kehl zu typischen Schäden und vermeidbaren Fehlern

Impressionen auch auf der Fotoplattform flickr:
https://www.flickr.com/photos/proclima/albums/72157677981557184/with/33453513665/
Diese Pressemitteilung als PDF:
2017_07_PM_Schnittstelle Baustelle 2017 Nachbericht

Pressekontakt:
Heide Gentnerheide.gentner@proclima.de
Tel: 06202 – 2782.56

Bau-Fachkonferenz in Norddeutschland – 4. und 5. Mai 2017

Eröffnung Seminarzentrum im NZNB am 4. und 5. Mai in Verden

(c) Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen

Wissen, das begeistert: Am 4. und 5. Mai 2017 finden die ersten Fachtage Verden im Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen, NZNB, statt. Auf dem Gelände des ersten fünfgeschossigen Strohballenhauses Europas wird pro clima gleichzeitig sein neues Seminarzentrum eröffnen.

Das NZNB präsentiert Besuchern Ökologie auf hohem Level. Das Team zeigt, dass umweltbewusst Bauen sinnvoll, bezahlbar, gemütlich und innovativ sein kann. Das können hier Planer, Handwerker und Energieberater schauen, anfassen und erleben. Die hellen Seminarräume laden dazu ein, theoretisches Wissen aufzusaugen. In der Praxisausstellung und Workshops kann Gelerntes ausgetestet werden.

16 aktuelle Bauthemen Themen stellt das Referenten-Team bei den ersten Fachtagen in Verden vor. Die Teilnehmen erfahren am 4. und 5. Mai theoretische Hintergründe und können an Praxismodellen Gelerntes ausprobieren.

Bei den 1. Fachtagen in Verden geben Fachreferenten ihr geballtes Wissen weiter: von Bauphysik über moderne Planungsmethoden, von nachhaltigen Baustoffe bis hin zu Baukonstruktionen und Qualitätssicherung. Beim Bauen sollte der Mensch immer im Mittelpunkt stehen: Deshalb gibt es bei den Fachtagen in Verden auch frisches Wissen zur Wohngesundheit und Kommunikation.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Der Frühbucherrabatt gilt bis 31.03.2017:
https://www.fachtage-verden.de/anmeldung/

Initiiert hat die Fachtage Verden pro clima, Entwickler und Produzent von Systemen für die Luftdichtung innen und Winddichtung außen. Kooperationspartner sind das Netzwerk Nachhaltiges Bauen, der Lehm-Baustoffhersteller Claytec und das Sentinel Haus Institut, das das Planen und Umsetzen von gesunden Wohn-, Lern- und Arbeitsräume unterstützt. Weitere Partner sind der Dachflächenfensterhersteller Roto und Frerichs Glas.

Veranstaltungsort:
Norddeutsches Zentrum für nachhaltiges Bauen
Halle 57
Artilleriestr. 12
27283 Verden

https://www.fachtage-verden.de/

Ansprechpartner bei Anmeldung:
Jael Fingerle

seminare@proclima.de
Tel: 06202/2782-0

Weitere Infos und Anmeldung:
https://www.fachtage-verden.de/anmeldung/

Diese Pressemitteilung als PDF:
2017_06_PM_Fachtage Verden

Sichere Innendämmung mit Faserdämmstoffen – Was ist zu beachten?

Die Sparziele die mit dem Klimavertrag von Paris vereinbart wurden sind ehrgeizig.
Die globale Erwärmung des Klimas soll auf maximal zwei Grad begrenzt bleiben.
Deswegen sollen in der EU alle Neubauten ab spätestens 2020 energieneutral
beheizbar sein. Zur Sanierung der Altbauten bestehen vielfältige Förderprogramme.
Leider werden in Deutschland aber nur ca. 1 % der Altbauten pro Jahr energetisch
erneuert. Der durchschnittliche Heizenergiebedarf der noch nicht renovierten
Altbauten liegt bei 160 KWh, was umgerechnet 16 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr.
bild-0-thermografie-innenwand

Thermografie einer Fachwerkwand vor der Sanierung

Dämmtechnisch wäre ohne weiteres eine Verbesserung um den Faktor 10, auf nur
noch 15 KWh bzw. 1,5 l möglich. Der verbleibende Verbrauch kann durch
Eigenproduktion zum Beispiel mit Photovoltaik und eine thermische Solaranlage
ausgeglichen werden. Als Resultat ergibt sich so ein Nullenergiehaus.
Diese Sparziele scheitern jedoch häufig an Schwierigkeiten bei der praktischen
Umsetzung im Bestand. Altbauten schränken oft schon durch ihre Baukonstruktion
die Sanierungsmöglichkeiten ein.
So werden beispielsweise Wände am effektivsten von außen gedämmt. Das ist aber

nicht möglich, wenn die Fassade erhalten bleiben muss oder ein Sichtfachwerk erhalten bleiben soll. Im Sanierungsfall kommt dann eine Innendämmung zum Zug.

Welche Innendämm-Systeme gibt es überhaupt?
Es sind verschiedenste Systeme für Innendämmungen auf dem Markt. So gibt es
beispielsweise kapillaraktive Systeme mit Mineralschaum oder Holzfaserplatten.
Diese werden raumseitig verputzt und mit der bestehenden Wand mineralisch
verklebt und verdübelt. Die Feuchteregulierung erfolgt bei diesen Systemen durch
einen kapillaren Feuchtetransport nach innen. Leider sind dadurch die maximal
erzielbaren Dämmstärken auf 100 mm beschränkt. Hinzukommt, dass die meisten
dort eingesetzten Dämmstoffe aufgrund der notwendigen erhöhten Festigkeit als
Putzträger keine so optimale Dämmwirkung erzielen können.
Als effektiver in Dämmwirkung und Aufbau haben sich Konstruktionen mit Holz- oder

Metallständern und dazwischen eingebauten faserförmigen Dämmstoffen erwiesen, weshalb es in der Folge hauptsächlich um diese Konstruktionen geht.

Die alte Wand kann einfrieren
Zunächst einmal ist es gut zu schauen, welche Auswirkungen eine Innendämmung
allgemein auf die bestehenden Wandaufbauten hat. Der Bestand soll ja durch die
Dämmmaßnahme nicht geschädigt werden.
Es ist ein Faktum, dass je stärker die bestehende Wand von Innen gedämmt wird, sie
im Winter umso stärker in den äußeren Schichten abkühlt, weil ja von innen weniger
Wärme ankommt. Dies kann dazu führen, dass die Wand abhängig vom eigenen
Dämmwert im Winter sogar komplett einfriert. Deswegen sollten alle ihre Bestandteile
frostbeständig sein. Gipsputze auf der Innenseite sind es nicht, sie können nach
Frostwechseln faulen. Eingeschlossenes kapillares Wasser kann zusätzlich zwischen
Mauerwerk und Außenputz zu Abplatzungen führen.
Deswegen ist es wichtig, sich die bestehende Wand und ihre Schichten genauer
anzusehen, bevor man mit der Ausführung beginnt. Im Infokasten finden Sie zu
diesem Thema eine Checkliste mit Hinweisen, auf was zu achten ist.
bild-2-schlagregen

Schlagregen auf der Innenseite einer Riegelwand

Sicherheit durch Feuchteberechnung
Es empfiehlt sich für den geplanten Wandaufbau, vorgängig eine Feuchteberechnung/Beurteilung durchführen zu lassen. Dabei ist zu beachten, dass die in der DIN 4108 Teil 3 vorgesehene Glaser-Berechnung bei der Innendämmung nicht zu realistischen Ergebnissen führen. Denn dieses Verfahren berücksichtigt nur den Feuchtetransport über Diffusion, nicht aber über Konvektion und kapillaren Transport. Die WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) empfiehlt in ihrem Merkblatt 6-4 deswegen neben einem vereinfachten Verfahren generell den Nachweis mit einer instationären Berechnung wie WUFI.

Sichere WUFI-Berechnung
Beim WUFI-Nachweis kann man den besonders kritischen Feuchteanfall an der
Grenzschicht zwischen neuer Dämmung und bestehender Wand gut beurteilen. Die
Porenluftfeuchte an dieser Grenzfläche sollte 92% nicht überschreiten, damit die
Feuchte nicht langfristig zu Materialschäden führen kann. Manche Hersteller von

Dampfbremsen bieten hier Hilfestellung mit kostenlosen, aber verbindlichen Beurteilungen der geplanten Konstruktion an.

Was ist bei der Ausführung zu beachten?
Die möglichen Dämmstärken, werden zwar durch teilweise vorhandene
Diffusionsdichtheit der bestehenden Wand oder die Höhenlage des Objekts teilweise
eingeschränkt. Es dürften aber, trotz möglicher Einschränkungen weit bessere U-
Werte machbar bleiben.
Die folgenden Hinweise und Empfehlungen beziehen sich auf den Einsatz einer
feuchtevariablen Dampfbremse. Der Einsatz solcher Dampfbremse wird von renommierten Bauphysikern speziell auch bei Innendämmungen empfohlen.

Mögliche Dämmstärken

  • Außen diffusionsoffene Konstruktionen (sd<0,5 m) können ohne Beschränkung der maximalen Dämmwerte und der Höhenlage ausgeführt werden.
  • Außen diffusionsbremsende Konstruktionen (sd< 3,0 m, z. B. Hochlochziegel bis 20 cm oder Weichholz bis 7,5 cm Dicke) können bei gleichen maximalen Dämmwerten bis zu einer maximalen Höhenlage von 1200 m.ü.NN. ausgeführt werden.
  • Bei außen diffusionsdichten Konstruktionen (sd> 3,0 m, z.B. durch Klinker, Beton oder Bitumenbeschichtungen im Bestand) beträgt die maximale Dämmstärke von faserförmigen Dämmstoffen (bis Wärmeleitwert 0,035 W/mK) 120 mm + weiteren 30 mm in der Installationsebene. Dies ist dann bis zu einer maximalen Höhenlage von 700 m.ü.NN. möglich.
  • Im Einzelfall sind auch bei außen diffusionsdichten Konstruktionen unter optimalen Bedingungen, zum Beispiel bei einer südorientierten, unverschatteten Wand trotzdem noch höhere Dämmstärken als in der Empfehlung möglich.Voraussetzung ist in so einem Fall eine Beurteilung mit Hilfe einer WUFI-Einzelberechnung durch einen versierten Spezialisten.

Ausführungstipps:

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Konvektion: Konvektion in der Dämmebene kann zu Schäden führen

Der Dämmstoff muss unbedingt vollflächig zwischen Dampfbremse und bestehender
Wand eingebaut werden. Dies reduziert die Konvektion in der Dämmebene, ganz
nach dem Spruch „Wer Hohlräume verbaut, hat die Konstruktion versaut“. Wenn die
alten Wände schief oder stark uneben sind, ist es vorteilhaft mit Einblas-Dämmungen
zu arbeiten. Sie haben auch den Vorteil, dass sie meist sorptiv sind und die Feuchte

von den kritischen Bauteilen und Positionen wegleiten.

Das Außenmauerwerk sollte beidseitig verputzt sein. Dies sorgt außen für den sehr wichtigen Schlagregenschutz und innen für die Luftdichtheit sowie den kapillaren Feuchteübergang. Kalkputze sind übrigens auf der Innenseite von Vorteil, weil sie im Gegensatz zu reinen Zementputzen diffusionsoffener sind.

bild-5-innenputz-bei-riegelwand-nachgebessert

Innenputz bei Riegelwand, nachgebessert: Die Anschlussfugen zwischen Ausfachung und Riegel wurden sorgfältig nachgebessert, damit der Schlagregen nicht mehr so leicht eindringen kann.

  • Vorhandene sperrende Schichten wie Fliesenbeläge sind abzuschlagen. Auch vorhandene Tapetenreste sollten wegen Schimmelgefahr vorgängig entfernt werden.
  • Beachten Sie mögliche Wärmebrücken an einbindenden Innenwänden und Decken ab 100 mm Dämmstärke und generell in den Fensterlaibungen. Eventuell muss die Dämmung ein Stück um die Ecke gezogen werden, damit die Gefahr von Kondensatbildung reduziert wird.
  • Optimal ist es, wenn die Luftdichtung auch bei Decken durchgängig
    ausgeführt werden kann. Müssen Decken oder Boden eingebunden werden,
    kann man mit einer luftdichten, diffusionsoffenen Unterdachbahn nach außen
    und wieder zurück springen und diese wieder an die reguläre Dampfbremse

    anschließen.

    bild-6-deckenuebergang

    Durchgängige Luftdichtung am Deckenauflager

  • Bei der Verlegung der Dampfbremse, sind die Anschlüsse an angrenzende
    Bauteile sorgfältig auszuführen. Oft sind die angrenzenden Bauteile selbst
    weder homogen noch in sich luftdicht. So kann es schnell zu
    Hinterströmungen von Außenluft durch diese Bauteile kommen. Die Wirkung
    der Dämm-Maßnahme wird dann stark reduziert, weil es zum Beispiel plötzlich
    aus dem Türfutter oder den Steckdosen der Innenwand windet oder es an den
    Fußleisten der angrenzenden Decke zieht. Es ist also gut, bei diesen
    Bauteilen nicht automatisch von einer gegebenen Luftdichtheit auszugehen
    und sich durch eine Bauteilöffnung oder eine Überprüfung der Luftdichtheit
    z.B. mit einer Blower-Door oder einer Bauteilsondierung im Dämmbereich
    Gewissheit zu verschaffen. So kann man im Bereich der Luftdichtungsebene

    gegebenenfalls nachbessern.

    bild-8-balkenkopf-mit-riss

    Balkenkopf mit Riss: Riss in Balkenköpfen können eine Leckage darstellen

  • Bewährt hat sich eine betriebsinterne Qualitätssicherung, während heikler
    Dämm- und Luftdichtungsarbeiten, nach dem Vier-Augen-Prinzip.
    Arbeitskollegen können sich bei der Arbeit gegenseitig rückversichern, dass
    sie alle Details richtig ausgeführt haben und sich gegenseitig fragen: „Ist die
    Dämmung wirklich hohlraumfrei eingebracht? Sind alle seitlichen Anschlüsse
    luftdicht und hinterströmungsfrei ausgeführt? Sind Balkenköpfe dauerhaft

    luftdicht an die Dampfbremse angeschlossen?“

  • Vor dem Anbringen der Innenverkleidung empfiehlt sich, bei solch
    bauphysikalisch anspruchsvollen Konstruktionen wie der Innendämmung,
    zusätzlich eine Überprüfung der Luftdichtheit mit Differenzdruck zur Ortung
    der Restleckagen. Nachbesserungen werden damit erleichtert und spätere
    Rückbaumaßnahmen vermieden. Sollte der Blower-Door-Test einmal auf
    Grund eines luftdichten Bestands keine sicheren Ergebnisse bringen, wird
    empfohlen, zumindest eine sorgfältige Sichtprüfung durchzuführen. Die
    Prüfungsergebnisse sollten auf jeden Fall in den Bauakten dokumentiert

    werden.

  • Bei Durchdringungen z. B. von Kabeln oder Leerrohren haben sich
    vorgefertigte Manschetten bewährt. Sie ersparen Montagezeit und sichern

    dabei noch die dauerhafte Qualität.

  • Der Innenausbau muss, um die Rücktrocknung nach innen zu ermöglichen,
    mit diffusionsoffenen Materialien ausgeführt werden. Diffusionsoffen sind zum
    Beispiel Holzpaneele/Massivholz bis max. 30 mm, Gipsfaser-, Hartgips- oder
    4 Gipskartonplatten auch mit Putzüberzug und Anstrich, MDF-Platten ohne
    sperrende Beschichtungen, Lehmbauplatten oder diverse Akustikelemente.
Das Fazit:
Eine Innendämmung verbessert den Wohnkomfort und spart viel Energie. Die
sichere Ausführung von Innendämmungen erfordert eine gute Vorbereitung. Neben
der Bestandsaufnahme und der bauphysikalischen Überprüfung muss auch bei der
Ausführung sorgfältig gearbeitet werden. Wer diese Herausforderung annimmt,
schafft für seine Kunden bleibende Werte, die zur Energieeffizienz beitragen. So hat

man das Beste aus der nicht immer einfachen Altbau-Situation herausgeholt.

Der Autor
michael-w
Michael Wehrli ist pro clima Schweiz Techniker und Vizepräsident des Thermografie Verbandes Schweiz, theCH.

Der studierte Architekt ist auch als Referent auf Seminaren, Tagungen und Kongressen unter­wegs.

 

Weitere Artikel von Michael Wehrli:

Michael Wehrli aus der schweizer Anwendungstechnik ist erreichbar unter:

  • Telefon (Schweiz, deutsch): 052 543 05 50
  • Telefon (Schweiz, französisch): 022 518 18 98
  • Email: technik@proclima.ch

Die Kollegen der deutschen Anwendungstechnik sind erreichbar unter:

Außendichtung bei Gebäuden: Pflicht oder Kür?

Durch die Fugen von Dacheindeckungen kann Wasser in die Dachkonstruktion eindringen. Das kann z. B. Regen unter Winddruck oder Schmelzwasser sein oder kurzfristig bei Bruch einzelner Dachziegel/-steine passieren. Um dieses Wasser sicher abzuleiten, brauchen schuppenförmige Dachdeckungen eine zweite wasserführende Ebene.
Als allgemein anerkannte Regel der Technik formuliert das Regelwerk des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sogenannte regensichernde Zusatzmaßnahmen, die in Abhängigkeit der jeweils bestehenden Anforderungen erforderlich werden können.

Dazu haben wir neulich im pro clima TV Studios ein paar Informationsvideos gedreht:

Bei weiteren Fragen zur Aussendichtung, hilft die pro clima Technik-Hotline weiter:
https://de.proclima.com/service/technikhotline; E-Mail: technik@proclima.de; Tel: 06202/2782-45

Alle Seminare der pro clima Wissenswerkstatt: proclima.de/seminare
Die Broschüre „Regensichernde Zusatzmaßnahmen mit pro clima Bahnen nach ZVDH” als PDF: hier.

Über mich:
Ich bin seit mehr als 15 Jahren bei pro clima und leite die pro clima Anwendungstechnik:
Ich schätze das Arbeiten mit dem Werkstoff Holz. Nachdem ich Zimmerer gelernt und als Geselle gearbeitet hatte, wollte ich mich noch mehr mit Konstruktionen beschäftigen. Daher habe ich Bauingenieurwesen in Hannover studiert.In diesem Seminaren können Sie mich als Känguru-Referenten erleben:
Rechtsicher bauen
Erfolgreich Qualität beraten

Mehr zu Michael Förster auf Xing.

Am 22. Juni 2017 trete ich auch beim BauSlam an. Das Motto lautet hier: Bauphysik in 10 Minuten: lustig und prägnant erklärt. Mehr dazu hier: bauslam.de

Schluss mit den Klebeband-Mythen: So funktionieren sie und daran erkennt man die Richtigen

Funktionierende Klebebänder sind die Basis für eine dichte Gebäudehülle. Häufig stehen Planer und Handwerker vor der Frage: Welche Klebebänder sind die passenden für die anstehenden Projekte? Im Bauradio-Interview spreche ich mit Jens-Lüder Herms von der pro clima Forschung und Entwicklung. Der gelernte Zimmerer und Bauingenieur beschäftigt sich fast täglich mit Klebebändern und erklärt, was diese leisten müssen.

Jens Lüder Herms im pro clima Schulungshaus

Jens-Lüder Herms ist Referent der pro clima Wissenswerkstatt und mag es, sein Wissen anschaulich zu vermitteln. So spricht er im Bauradio-Interview über die Gemeinsamkeiten von Klebeband und Honig (1:33 min). Er klärt über Klebeband-Mythen auf. Beispielsweise, dass der beliebte und oft praktizierte Daumentest in die Irre führen kann (2:31min). Der gelernte Zimmermann gibt einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten der Klebeverbindungen (12:56 min). Außerdem hat er Tipps, wie man auf der Baustelle eine dauerhafte Verbindung herstellt (6:31 min). Zudem sprechen wir über Klebetests (4:20 min), wie lange ein Klebeband heutzutage halten muss (17:02 min) und warum Jens Lüder Herms bei Vorträgen auch mal unter Wasser Klebebänder verklebt (15:13). Ein Thema sind auch die anstehenden Neuerungen bei der Luftdichtheitsnorm 4108-11 (29:02 min).

Viel Spaß beim Hören. Haben Sie dazu Fragen oder Anregungen? Dann freue ich mich über eine Nachricht an redaktion@proclima.de.

Die Themen im Überblick:

0:00 Vorstellung
00:46 Anfangsklebekraft
01:33 Honig & Klebebänder
02:31 Daumentest vs. Baustellenrealität
03:29 Diesen Belastungen muss ein Klebeband Stand halten
04:20 Klebetest: Nach 3 Jahren hingen nur noch 6 Klebebänder von 50
04:56 Das Ideal des zugfreien Arbeitens
05:05 Anschlüsse, die bei der Gebäudehülle verklebt werden müssen.
05:54 Das ideale Klebeband: hoher Anfangstack und sehr hohe innere Festigkeit.
06:31 Kohäsion und Adhäsion
07:29 Staub und Verklebungen – Vorbereitungen für eine feste Klebeverbindung.
08:54 Abfegen und Primern?
09:20 Typische Fragen bei der Technik-Hotline zu Klebebändern.
10:22 Laborbedingungen und Baustellenrealität
11: 36 Warum das Allround-Klebeband TESCON VANA beliebt ist
12:56 Vor- und Nachteile verschiedener Klebemittel: Klebeband, flüssiger Kleber aus der Kartusche, Anschlusskleber, Putzanschlussband …
15:13 Unter-Wasser-Verklebungen mit SOLID-Kleber
17:02 Wie lange ein Klebeband heutzutage halten sollte.
19:07 Wie lange Klebebänder im Schnitt halten und was 100 Jahre Klebekraft bedeutet.
20:02 Simulation von 100 Jahren Alterung
20: 25 Alterungstechniken in den USA, Finnland und Neuseeland
21:19 Aktuelle Projekte der Forschung und Entwicklung
22:21 Reaktion der Handwerker zum neuen Anschlusskleber ORCON MULTIBOND
23:14 Mögliche Kriterien für die Auswahl eines Klebebandes
26:00 Erfahrungen als Zimmermann mit Klebebändern
27:38 Klebebänder und Luftdichtheit in anderen Ländern
29:02 DIN 4108-11: die anstehenden Neuerungen bei der Norm
32:18 Technik-Hotline

Jens Lüder Herms hat für das pro clima Wissenswerkstatt-Maskottchen diese Frage beantwortet: Wie klebt ein Klebeband eigentlich? Die Antwort mit Links und Grafiken gibt es hier:
https://blog.proclima.com/de/2016/08/klebeband-kaenguru/

Mehr zur Funktion von Klebebändern:

Mehr zum 100 Jahre Klebetest:
https://de.proclima.com/service/100-jahre-klebkraft


Über Jens-Lüder Herms

Jens Lüder Herms

Jens-Lüder Herms ist seit mehr als zehn Jahren als Projektmanager bei MOLL pro clima
tätig. Er betreut die Bereichte für Export- und Industriekunden. Zudem arbeitet er intensiv bei der Forschung und Entwicklung neuer Produkte mit. Der Ingenieur hat als Zimmerer gearbeitet und anschließend Bauwesen an der FH Kiel studiert.

Jens-Lüder Herms auf XING:
https://www.xing.com/profile/JensLueder_Herms

 

 


Über mich (Heide Gentner)

Als Referentin der Unternehmenskommunikation für pro clima (Moll bauökologische Produkte GmbH) suche ich ständig nach spannenden Menschen und Geschichten für unsere print- und digitalen Medien. Falls Sie ein interessantes Projekt kennen oder selbst betreuen, kontaktieren Sie mich unter heide.gentner@proclima.de oder 06202/2782-56

Als Känguru-Referentin gebe ich mein Wissen zu Digitalen-Kommunikation und Pressearbeit weiter.

In meiner Freizeit saniere ich ein altes Bauernhaus in den Vogesen, sportle ab und an (www.fit-wie-herkules.de) und frage Leute aus (www.heidi-hakt-nach.de).

Weitere Informationen: https://www.xing.com/profile/HeideHaruyo_Gentner

Eine Auswahl unserer digitalen pro clima Kanäle:

Fachartikel: Wie bekomme ich den Fensteranschluss dicht?

Wie bekomme ich den Fensteranschluss dicht?
Die Kunst der Fuge – Plädoyer für ein scheinbar kostenloses und ungeliebtes Thema

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Die dauerhafte Abdichtung der Fuge ist eine der größten Herausforderungen beim Fenstereinbau. Gut wenn man weiss, was zu tun ist und wie manLösungen für den Bauherrn findet.

 Von der Dichtheit der Gebäudehülle hängt die Mangel- und Bauschadensfreiheit ab. Gerade kleine Fehlstellen im Anschlussbereich der Fenster können über kapillare Kräfte viel Feuchtigkeit ins Bauteil eintragen. Zu hohe Feuchte kann zur Schädigung des Bauteils oder zur Schimmelbildung auf der Raumseite führen.

Passivhaus, KFW40, Plusenergiehaus und wie sie alle heißen. Gerne werden große Themen wie Energieeinsparung und intelligente Gebäudetechnik behandelt, Groß geschrieben und geplant. Vom Großen hin zum Kleinen bedarf es jedoch einiger Schritte und Brücken. In den Schluchten zwischen verschiedenen Bauteilen liegt die handwerkliche Herausforderung. Die Kunst der Fuge ist und bleibt in ihrem Kern etwas praktisches und augenblickliches. Die Fugen, gerade von Johann Sebastian Bach, in der Musik, sind ein Sinnbild unserer Fuge beim Fenstereinbau, denn hier spielt die Musik. Das Thema, z.B. Fugendichtung mit Anschlussfolien, muss bis ins Detail gespielt werden.

Die Fuge: Brücke zum Baukörper

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Contega IQ, das Fensteranschlussband mit RAL-Zertifizierung, ist einfach zu montieren. Seine feuchtevariablen Eigenschaften halten die Fuge zwischen Baukörper und Fenster dauerhaft trocken.

In den letzten Jahre sind Fenster in sämtliche Richtungen hin optimiert worden: Schall-, Brand-, Einbruchs-, Wärmeschutz, solare Gewinnbringer, Lüftungskünstler und Überhitzungsschützer. Fenstereinbau und Abdichten der Fuge ist aber kein fertiges Element sondern zu erstellendes Handwerk. „Fuge“ kommt vom Lateinischen „fuga“ und bedeutet “Flucht” oder “Weglaufen”. Ist das vielleicht bezeichnend für die Art und Weise wie man mit dem Thema die Fuge umgeht? Schnell soll es gehen, ohne Schmutz, einfach, nichts kosten, länger Bestand haben als das Fenster selbst und das natürlich wartungsfrei. Eine wahrhaft eierlegende Wollmilchsau, spannend.

Die Fuge, als schwächstes Glied der Kette, bestimmt die Leistungsfähigkeit eines Bauteils. Anforderungen an das Bauteil müssen in der Fuge auf kleinstem Raum dargestellt werden. Der Leistung, sonst innerhalb von 24 oder mehr Zentimetern erbracht, steht nun nur wenige Millimeter zur Verfügung. Zeitgleich ist die Fuge die Brücke zum nächsten Hochleistungsbauteil, dem Fenster, das in sich schon eine komprimierte Fassung des umgebenden Bauteils darstellt. Entsprechend stark machen sich hier kleinste Mängel bemerkbar, es zieht, ist feucht und es schimmelt.

Erst denken, dann handeln – Kosten und Fehler sparen durch Planung und Abstimmung

Wie in der Musik ist die Bauteilfuge ein komplexes Teil in sich selbst. Musikalisch gesehen ist die Fuge eine kontrapunktische Form, die ein Thema durch verschiedene Stimmen hindurch reicht, es flieht von Stimme zu Stimme. Dies verlangt Planung, Übung und akkurate Einhaltung von Abläufen, weil sonst alles aus dem Takt gerät. Das Selbe lässt sich so auch für Bauteilfuge und Bauablauf formulieren. In der Musik entsteht ein Missklang, im Bauwerk ein Bauschaden oder Mangel, der dann wieder mühsam behoben werden muss. Es gilt, je später Fehler im Bauablauf auftreten desto höher ist der damit verbundene Korrekturaufwand und die Kosten. Die günstigste Fehlerkorrektur ist in der Planung die „Entf“-Taste zu drücken, auf der Baustelle bleibt diese Wunschvorstellung. Jedes Nachregeln im laufenden Prozess macht diesen aufwändiger, langsamer und erhöht die Kosten.

Unabhängig mit welchem System eine Fuge verschlossen wird, die Funktion und Dauerhaftigkeit stehen im Vordergrund. Grundsätzlich gilt es, dem Formverlauf von Fensterprofil und Baukörper zu folgen und den Spalt, die Fuge, funktionsfähig zu verschließen. Lineare oder flächige Systeme, z. B. Kanten, sind in sich sehr einfach zu dichten. Aufwendiger werden Ecken oder Änderungen in der Geometrie. Hier müssen Dichtungsebenen durchgängig sein und bis zu Ende gedacht werden. Auch gilt der Verarbeitung des Dichtstoffes besondere Aufmerksamkeit: Macht das der Dichtsoff oder die Folie mit? Wie falten? Wie schneiden? Können Dehnspannungen oder Rückstellkräfte entstehen? Und wie sieht es bei 3-Dimensionalität der Eckbereiche mit zusätzlichem Versprung der Ebenen aus? Hier findet man die größte Herausforderung für sämtliche Systeme.

Mehr Sicherheit durch feuchtevariable Anschlussfolien

Eine Möglichkeit der Fugenabdichtung ist die Anschlussfolie. Folgt man dem Formverlauf ist selbst die einfachste Form: die Kante, je nach Art des Fensterprofils (für alle Dichtsysteme) herausfordernd.

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Die Prüfung von Dichtsystemen erfolgt an unabhängigen Instituten, wie z.B dem Institut für Fenstertechnik IFT Rosenheim.

Der Fensteranschluss stellt nicht nur Anforderungen als Wärmebrücke, sonder auch in Betracht an den Feuchtetransport durch Diffusion (konvektive Bewegungen sollten immer ausgeschlossen sein). Günstig für die Diffusion sind Bauteile inklusive Fuge, die nach außen hin offen gestaltet sind. Kann dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht realisiert werden, bietet es sich an mit feuchtevariablen Anschlussfolien zu arbeiten. Feuchtevariabel bedeutet, dass sich die Diffusionseigenschaften variabel den klimatischen Gegebenheiten anpassen und auf die Sommer-/Winterverhältnisse einstellen.

Damit kann die selbe Anschlussfolie sowohl innen als auch außen verwendet werden. Damit erhöht sich nicht nur die Sicherheit in Bezug auf die Diffusion, sondern auch alle anderen Takte des Themas Fuge werden positiv beeinflusst: Senken der  Verwechslungsgefahr auf der Baustelle, Vereinfachung der Planung, einfache Materialwahl und damit verbundene Lagervorhaltung, Arbeitsvorbereitung und Logistik.

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Feuchtevariable Dampfbremsbahnen sind schon seit langem in bauphysikalisch anspruchsvollen Konstruktionen, wie z.B. Gründächer, im Einsatz. Diese, auch als feuchteadaptiv bezeichneten Dampfbremsen sorgen für eine sicheres Feuchtemanagement der Konstruktion.

Diffusion ist Bewegung von Wassermolekülen durch das Bauteil und strebt immer von der energiereichen warmen, zur energiearmen kalten Seite des Bauteils. Im Winter von innen nach außen, im Sommer von außen nach innen. Eine feuchtevariable Anschlussfolie passt ihren Diffusionswiderstand entsprechend dieser Gegebenheiten an. Im Winter innen hemmend (warm und trockener) und aussen offen (kühl und damit feuchter). Im Sommer kehren sich diese Verhältnisse um in außen hemmend (warm und trockener) und innen offen (kühler und feuchter). Die Membran der Anschlussfolie stellt sich auf das sie umgebende Klima ein und hält damit die Fuge optimal trocken.

Qualität im Bauablauf sichern
Die Luftdichtheit und die Schlagregensicherheit sind weitere wichtige Punkte der Bauteilsicherheit und Dauerhaftigkeit. Luftdichtheit unterliegt der normativen Vorgabe der DIN 4108-7, die Diffusion der DIN 4108-3. Für den Fenstereinbau wird im Allgemeinen der Leitfaden zur Montage des RAL und IFT herangezogen. Die Luftdichtheit wird meistens geprüft und mit dem n50-Wert der Differenzdruckmessung der Gebäudehülle dargestellt. Sinnvoll ist eine Leckageortung die noch während der Bauphase stattfindet zu dem Zeitpunkt bei der die Luftdichtheitsebene noch frei zugänglich ist. Nur so können Leckagen eindeutig geortet und direkt nachgebessert werden.
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Feuchtevariable Abdichtungsfolien passen ihren sd-Wert auf die Gegebenheiten in der sommerlichen, bzw. winterlichen Situation an. Damit bleibt die Feuchte in der Fuge zu jeder Zeit so gering wie nur möglich.

Der Witterungsschutz kann, auf der Baustelle, leider noch nicht durch ein geregeltes
Prüfverfahren nachgewiesen werden. Hier empfiehlt es sich, den Einbau in Augenschein zu nehmen und mit Fotos zu dokumentieren. Nur in geeigneten Prüfkonstellationen im Labor können die Dichtsysteme auf Schlagregensicherheit geprüft werden. Womit jedoch wiederum die schlussendliche Qualität des jeweiligen Fenstereinbaus an der Verarbeitung vor Ort hängt, eben der Kunst der Fuge. Ein Augenmerk könnte, unabhängig vom Dichtsystem, z.B. bei der Kontrolle des Witterungsschutz, u.a. auf: Eckausbildung, Ebenenversprünge und die Durchgängigkeit der Dichtsysteme gerichtet werden. Bei der Materialwahl kann auf geprüfte und zertifizierte Systeme zurückgegriffen werden, z.B. feuchtevariable Anschlussfolien mit RAL-Zertifizierung.
Fazit
Maßgeblich für Dichtheit und Dauerhaftigkeit der Fuge ist die Umsetzung vor Ort.
Geschwindigkeit auf der Baustelle wird durch entsprechende Planung und Vorbereitung erzielt. Dadurch können kalkulierte Kosten eingehalten und Mängel mit deren Folgekosten vermieden werden. Ein durchgängiges Prinzip in der Ausführung, das allen Monteuren zu eigen ist, erhöht die Qualität. Die Fuge als Bindeglied zwischen Fenster und Bauwerk beinhaltet viel Musik. Nicht nur Bach sollte zeigen, wie schön sie sein kann.
Der Autor

Christoph Boehringer

Dipl-Ing. (FH) Christoph Böhringer ist Anwendungstechniker bei pro clima

Christoph Böhringer hat Holztechnik an der FH Rosenheim studiert. Er ist Anwendungstechniker bei pro clima und Referent der pro clima Wissenswerkstatt Känguru. Seminare und Termine unter www.proclima.de/seminare.

Christoph Böhringer und seine Kollegen der Anwendungstechnik sind erreichbar unter:

ZimmerMeisterHaus: Treffen in Olsberg

Am 03./04.02.17 trafen sich 95 Mitarbeiter aus ZimmerMeisterHaus Manufakturen aus ganz Deutschland im Sauerländischem Olsberg zu einem Schulungsevent für Mitarbeiter/innen. Als Tagungsort wurde das bekannte “Zentrum Holz” ausgewählt, ein über die Grenzen bekanntes Holzbauprojekt.

Am ersten Tag standen Workshops zum Thema “Wie Bau-Teams ihre Kunden begeistern” auf der Tagesordnung, am Abend dann eine Teamveranstaltung mit Biathlon und gemütlichem Ausklang.

Der zweite Tag wurde durch fachliche Vorträge & Workshops zu Themen wie innovative Werkstoffe, Sicherheit& Einbruchschutz, Fachwissen Bauphysik, Fenster abdichten udn Flachdächer in Holzbauweise bestimmt. Die letzten drei Themen wurde von unseren Anwendungstechnikern Martin Großkathehöfer, Christoph Böhringer, Frank Brockmann und dem Außendienst Jürgen Kremer fachlich gestaltet.

 

Weitere Infos zum ZimmerMeisterHaus:
https://www.zmh.com/

Über mich
Schon seit 20 Jahren bin ich vom ökologischen Holzbau überzeugt und habe jahrelang
Wärmedämmsysteme verabeitet. Bei pro clima ich betreue unter anderem die Holzbauverbände unid Exportmärkte.
axel.schmidt@proclima.de

Update-Holzbau: Wissen für den Erfolg von morgen

Mehr als 200 Teilnehmer besuchten den Fachbranchentag

Schwetzingen – Heute schon an morgen denken: Das ist das Motto von Update-Holzbau 2017. Mehr als 200 Holzbauer, Planer, Energieberater, Sachverständige und Dämmfachbetriebe besuchten den neuen Fachbranchentag. Update-Holzbau tourte im Januar und Februar durch drei deutsche Städte: Braunschweig, Herne und Schwetzingen.Die Videos und Vorträge sind auf update-holzbau.de ab sofort abrufbar.

„Die Vielfalt der Themen bei Update-Holzbau hat mir gefallen. Komprimiertes Wissen über komplexe Zusammenhänge von der Planung über Konstruktion bis zur Fertigung“, sagt Zimmerermeisterin Nadine Jülg aus Baden-Baden. Als stellvertretende Obermeisterin bildet sie sich regelmäßig weiter und fand diesen Fachbranchentag besonders informativ.

Hier auf dem Foto die Zimmerermeister Kurt und Nadine Jülg.

Update-Holzbau stellte Themen vor, die im professionellen Holzhausbau richtungsweisend sind. Beispielsweise den Begriff Building Information Modeling – BIM. „BIM ist eine Planungsmethode, die den Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet. Sie wird für Zimmerer immer wichtiger, weil es künftig gesetzliche Vorgaben geben wird, dass nach BIM geplant und gebaut werden soll“, sagt Zimmerermeister Gerd Prause, der BIM auf Update Holzbau vorstellte.

pro clima TV hat mit Teilnehmern und Referenten bei Update-Holzbau in Schwetzingen gesprochen und einige Interviews aufgezeichnet:

Interviews mit Teilnehmern von Update-Holzbau 2017

Das KEGA-Holzbau-Team auf Update-Holzbau 2017.

Interviews mit den Referenten von Update-Holzbau 2017

Mehr als 200 Holzbauer, Planer, Energieberater, Sachverständige und Dämmfachbetriebe besuchten Update-Holzbau 2017.

Foto-Impressionen von Update-Holzbau 2017:
https://www.flickr.com/photos/proclima/31834408323/in/album-72157679535425396/

Diese Pressemitteilung als PDF:
2017_05_PM_UPDATE HOLZBAU Nachbericht

Dachterrasse mit barrierefreiem Zugang richtig umsetzen – Veranstaltungsreihe Schnittstelle Baustelle von pro clima und Inthermo

Die gewerDie Kamera überträgt die Arbeitsschritte gut sichtbar auf eine Leinwand. auf eine keübergreifende Kompaktschulung Schnittstelle Baustelle von pro clima und Inthermo löst dieses Jahr ein Detail, das aktuell in der Baubranche stark diskutiert wird: Den barrierefreien Zugang auf eine Dachterrasse über einem Flachdach in Holzbauweise. Schnittstelle Baustelle wird am 15. März 2017 in Blaubeuren stattfinden. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Der barrierefreie Zugang ist eine Herausforderung, weil es zum einen den stufenlosen Übergang erfordert. Zum anderen muss der Schutz von Konstruktion und Wohnraum gewährleistet sein.

Die Referenten aus Theorie und Praxis betrachten an einem Modell die Schnittstellen des Flachdachs und zeigen, wie Planer und Handwerker eine Dachterrasse mit barrierefreiem Zugang bei dieser Konstruktion umsetzen können. Eine Kamera überträgt live die einzelnen Handgriffe auf eine Leinwand.

Die Veranstaltung wird für die Eintragung bzw. Verlängerung der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit 9 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude), 9 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand), 9 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude) angerechnet. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung.